Wir Alten

Titel Wir Alten/Shrinking Cities
Ausstellungsbeitrag
Ort Leipzig
Zeit 2004-2005
Auftraggeber Kulturstiftung des
Bundes, Stiftung Bauhaus
Dessau, GfzK Leipzig
Team L21, Franziska Buschbeck und
Gitte Kießling

Aus dem Erläuterungsbericht:

»Deutschland überaltert und schrumpft. Die Schrum­pfungs- und Über­alterungs­prozesse bilden sich nicht gleich­mäßig im Raum ab. Während die wenigen westdeutschen Ballungs­räume weiterhin unter Wachs­tums­druck stehen, zeichnet sich in Ost­deutsch­land für das Jahr 2020 ein Korridor der Alten ab, in dem jeder Dritte über 60 Jahre alt sein wird…
Der Alten­korridor wird gleichsam zum Korridor der Armen und Bildungs­schwachen.
Alle be­kannten Pa­ra­meter der Schrum­pfung schla­gen sich hier in ex­tremer Form nieder…

Um die Ver­sorgung des Raums überhaupt ge­währ­leisten zu können, ist eine Neu­aus­richtung im Span­nungs­feld von Au­tarkie und Kon­zen­tration er­forder­lich. Für den ge­samten Raum lassen sich drei grund­sätzliche Stadt- und Siedlungs­modelle denken, die das Leben in der sich auf­lösenden Fläche er­möglichen:

1.
Ein Modell ist der Regionale Anker als Mini­bal­lungs­raum. Er stellt die neuen, konzentrierten Infra­struktur­systeme des Staates dar und ist gleich­zeitig ver­antwort­lich für die mobile Ver­sorgung der an­grenzenden Räume.

2.
Das Insel­modell der Kultur­stadt orientiert sich an der Er­haltung von Kultur­gütern und einer sta­bilen Ein­wohner­zahl durch das ge­zielte An­ziehen von Alten-eine Art eu­ropäischer Va­riante von Sun City…

3.
Die Regionale Autarkie als drittes Modell wird sich mit den selbst­verwal­teten und regional be­grenzten Infra­struktur­systemen befassen. Hier sind es die be­stehen­den punk­tuellen be­ziehungsweise netz­artigen Struk­turen, die ge­stärkt werden müssen. Die übrigen Flächen bleiben sich selbst über­lassen. Es werden neue Land­schaften entstehen. Regionen werden versteppen und die Angst vor dem Wolf wird ver­schwinden.«

Das Er­gebnis dieses Forschungs­projektes war, im Rahmen der inter­nationalen Aus­stellung Shrinking Cities das Hörstück Wir Alten. Die Arbeit war eine Koproduktion von L21 mit den Au­torinnen Franziska Busch­beck und Gitte Kießling. Es geht um eine fiktive Reise von Sebastian durch den Altenkorridor im Jahr 2050, einem Raum der Extreme in dem sich unsere Zivil­gesell­schaft auf allen Ebenen neu jus­tieren muss. Seien Sie herz­lich will­kommen in Ihrer Zukunft!
Mehr Alte — weniger Kinder. Der ohnehin schon vom Bevölkerungs­schwund geplagte Osten Deutsch­lands wird in den kom­menden Jahr­zehnten von der zu­nehmenden Über­alterung seiner Be­wohner geprägt sein. Wie ge­staltet sich das Leben im Jahre 2050 im so­genannten Kor­ridor der Alten, in dem jeder dritte über 60 Jahre alt sein wird. Stell Dir vor Du bist 75. Karl und Wenzel erschaffen Sebastian und schicken ihn auf eine Zeit­reise ins Jahr 2050. Dort erlebt er vier Räume: die Kultur­stadt Alten­hausen, das autarke Gebiet Eigen­leben, die Me­tropole Mega­polis und das Mini­ballungs­gebiet Lowhausen .
Willkommen in Ihrer Zukunft!

Hörspiel-Wir Alten

Stimmen:
Sebastian: Werner Schönfeld, Karl: Axel Gärtner, Wenzel: Christian Bayer
in, in weiteren Rollen:Reinhard Nemson, Günter Herrmann, Yves Cossette, Werner Lukas, Volker Wein, Johanna Klinghofer, Toralf Friessecke, Karla Schönfeld, Edelgard Keilhoff, Günther Kolb, Ruth Kolb Gitte Kießling, Franziska Buschbeck 
Idee & fachl. Beratung L21
Skript & Regie Gitte Kießling und Franziska Buschbeck
Tontechnik Martin Bochmann
Cover Norman Klüber
Musik Klub7
Dank an Arthur, Luis, Guillermo, Toralf und Norman

Presse

Wir Alte /Ostdeutschland 2004/05

Schrumpfende Städte
Band 2 Handlungskonzepte, L21
Verfasser Lilly M. Bozzo-Costa, Tom Hobusch, Stefan Rettich, Dirk Stenzel
Herausgeber Philipp Oswald im Auftrag der Kulturstiftung des Bundes 2005

Hatje Cantz Verlag ISBN 3-7757-1558-4